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Staj Başvurusu

Die IP-Schutzart ist eine zweistellige Codierung nach IEC 60529, die angibt, wie gut ein elektrisches Gerät gegen feste Fremdkörper und Wasser geschützt ist. Die erste Ziffer beschreibt den Schutz gegen das Eindringen von Staub und festen Fremdkörpern, die zweite Ziffer den Schutz gegen Wasser. Mit steigender Ziffer nimmt das Schutzniveau zu. Bei IP65 bedeutet beispielsweise die 6, dass das Gehäuse vollständig staubdicht ist, während die 5 den Schutz gegen Wasserstrahlen mit niedrigem Druck angibt.

Bei der Auswahl von Getrieben und Motoren bleibt dieser Code häufig nur eine Zeile im Katalog. Aus Ausfallaufzeichnungen im Feld geht jedoch hervor, dass eine für die Umgebungsbedingungen ungeeignete Schutzart zu den wichtigsten Ursachen für eine verkürzte Lebensdauer der Geräte gehört. Ein IP54-Motor in einem Zementwerk, ein nicht waschfestes Gehäuse in einer Lebensmittelanlage oder ein Getriebe mit falsch positionierter Entlüftung im Freien kann trotz technisch korrekter Dimensionierung schnell ausfallen. Im Folgenden erläutern wir, wie der Code gelesen wird, was die gängigen Schutzarten bedeuten und welche Schutzstufe in welcher Arbeitsumgebung erforderlich ist.

Was ist eine IP-Schutzart?

Getriebesystem im Zementwerk, industrielles Antriebssystem, Elektromotor und Getriebe, Förderantrieb, staubige Industrieumgebung, Schwerlast-Kraftübertragung, REMAK Redüktör

IP ist die Abkürzung des englischen Begriffs Ingress Protection und bedeutet „Schutz gegen Eindringen“. Sie beschreibt in standardisierter Form, welchen Schutz ein Gehäuse gegen das Eindringen unerwünschter Stoffe von außen bietet. Das Ziel ist zweifach: die elektrischen Komponenten im Inneren vor Schäden zu schützen und zu verhindern, dass Menschen gefährliche Teile berühren.

Der Aufbau des Codes ist fest definiert: IP Buchstaben, gefolgt von zwei Ziffern. Bei manchen Produkten können nach diesen beiden Ziffern zusätzliche Buchstaben stehen; bei industriellen Antriebskomponenten ist der Buchstabe K am häufigsten und weist auf Hochdruckreinigung hin.

Zu wissen, was der IP-Code nicht aussagt ist ebenso wichtig wie zu wissen, was er aussagt. Dieser Code:

  • Gibt keine mechanische Stoßfestigkeit an; die Schlagfestigkeit wird mit einem separaten Code (IK) angegeben.
  • Umfasst nicht die Beständigkeit gegen Korrosion, chemische Angriffe oder UV-Einwirkung.
  • Gibt keine Auskunft über das thermische Verhalten des Geräts. Ein geschlossenes und abgedichtetes Gehäuse hält auch Wärme im Inneren; daher muss bei der Wahl einer hohen IP-Schutzart die Kühlung gesondert bewertet werden. Dieses Thema behandeln wir ausführlich auf unserer Seite Kühlung .

Wie wird der IP-Code gelesen?

Die beiden Ziffern werden unabhängig voneinander bewertet. Ein hoher Staubschutz bedeutet nicht automatisch einen hohen Wasserschutz. Die folgende Tabelle zeigt die Bedeutung beider Stellen:

Ziffer 1. Ziffer — Schutz gegen feste Fremdkörper und Staub 2. Ziffer — Schutz gegen Wasser
0 Kein Schutz Kein Schutz
1 Objekte ab 50 mm (Kontakt mit dem Handrücken) Senkrecht fallendes Tropfwasser
2 Objekte ab 12,5 mm (Finger) Tropfwasser bei bis zu 15° Neigung
3 Objekte ab 2,5 mm (Werkzeug, dicker Draht) Sprühwasser bis 60° (Regen)
4 Objekte ab 1 mm (dünner Draht, Schraube) Spritzwasser aus allen Richtungen
5 Begrenztes Eindringen von Staub, ohne die Funktion zu beeinträchtigen Wasserstrahl mit niedrigem Druck
6 Vollständig staubdicht Starker Wasserstrahl
7 Zeitweiliges Untertauchen bei 1 Meter (30 Minuten)
8 Dauerndes Untertauchen; Bedingungen werden vom Hersteller festgelegt
9 Wasserstrahl mit hohem Druck und hoher Temperatur

Ein entscheidendes Detail: Schutzstufen sind nicht immer kumulativ. Die Werte 7 und 8 der zweiten Ziffer beschreiben das Untertauchen, während 5 und 6 Druckwasserstrahlen betreffen; dabei handelt es sich um unterschiedliche Prüfverfahren. Ein IP67-Gehäuse kann beim Untertauchen dicht bleiben, aber bei der Reinigung mit einem Hochdruckschlauch keinen ausreichenden Schutz bieten. Wenn beide Bedingungen auftreten, muss das Gerät mit einer Doppelklassifizierung wie IP67 und IP69K zertifiziert sein.

Tabelle der IP-Schutzarten

Die bei industriellen Getrieben und Motoren am häufigsten anzutreffenden Schutzarten und ihre Bedeutung sind nachfolgend aufgeführt:

IP-Code Staubschutz Wasserschutz Typische Anwendung
IP54 Begrenztes Eindringen von Staub Spritzwasser aus allen Richtungen Geschlossene Produktionshallen, Maschinenräume, Werkstätten
IP55 Begrenztes Eindringen von Staub Wasserstrahl mit niedrigem Druck Geschlossene Bereiche, die gelegentlich mit einem Schlauch gereinigt werden
IP65 Vollständig staubdicht Wasserstrahl mit niedrigem Druck Staubige Produktionsumgebungen, geschützte Außenmontage
IP66 Vollständig staubdicht Starker Wasserstrahl Freigelände, Küstenregionen, waschbare Anlagen
IP67 Vollständig staubdicht Beständig gegen zeitweiliges Untertauchen Gruben und Kanäle mit Überflutungsrisiko
IP68 Vollständig staubdicht Beständig gegen dauerndes Untertauchen Spezielle Anwendungen, die dauerhaft unter Wasser bleiben

Welche IP-Schutzart ist für Getriebe und Motoren erforderlich?

Edelstahlgetriebe, Lebensmittelverarbeitungsanlage, waschfester Motor, Fördergetriebe, hygienischer Industrieantrieb, IP66-Getriebesystem, REMAK Redüktör

Die richtige Schutzart lässt sich bestimmen, indem die tatsächlichen Bedingungen beschrieben werden, denen das Gerät ausgesetzt ist. Die Staubmenge in der Umgebung, die Reinigungsmethode, die mögliche Regenexposition und das Risiko von Wasseransammlungen sind die vier grundlegenden Fragen.

Geschlossene und saubere Produktionsumgebungen. In Montagelinien und Maschinenräumen mit kontrollierter Temperatur und geringer Staubbelastung ist IP54 für die meisten Anwendungen ausreichend. Eine unnötig hohe Schutzart kann in solchen Umgebungen mehr Nachteile als Nutzen verursachen, da die Wärmeabfuhr erschwert wird.

Stark staubbelastete Umgebungen. Zement, Bergbau, Kalk- und Zuschlagstoffanlagen benötigen wegen des feinen und abrasiven Staubs eine erste Ziffer von 6. IP5X-Schutzarten, die ein begrenztes Eindringen von Staub zulassen, reichen hier nicht aus; eindringender Feinstaub verschleißt mit der Zeit Dichtflächen und beeinträchtigt die Lagerschmierung. In diesen Anlagen ist IP65 die Mindestanforderung.

Waschbare Anlagen. Getränke- und Lebensmittel produktion: Die Geräte werden am Ende jeder Schicht mit Druckwasser und Chemikalien gereinigt. Entscheidend ist hier der Wasserschutz: IP66 ist in der Regel erforderlich, bei Anlagen mit heißem Wasser und hohem Druck wird IP69K verlangt.

Außen- und Freiluftbereiche. Landwirtschaftliche Maschinen, Staudamm-Torsysteme und Anlagen im Freien sollten mindestens IP65 verwenden; IP66 ist die sicherere Wahl. Zusätzlich reicht der IP-Code allein im Außenbereich nicht aus: Ein Gehäuse, das sich tagsüber erwärmt und nachts abkühlt, erfährt Druckänderungen, wodurch Feuchtigkeit ins Innere gezogen wird. Deshalb müssen bei Außenmontage auch Auswahl und Position der Entlüftung, die Beschichtungsklasse und die Dichtungsart berücksichtigt werden.

Einbauorte mit Risiko von Wasseransammlungen. In unterirdischen Kanälen, Pumpensümpfen oder hochwassergefährdeten Bereichen kann das Gerät vorübergehend unter Wasser stehen. In diesem Fall ist IP67 erforderlich.

Ein häufig missverstandener Punkt sollte hier klargestellt werden: Bei einer Antriebseinheit wird die IP-Schutzart meist für den Motor angegeben. Beim Getriebegehäuse wird der Schutz vor allem durch die Dichtungen an den Wellenausgängen, die Dichtflächen und die Entlüftung gewährleistet. Mit zunehmender Umgebungsbelastung kommen Lösungen wie Doppellippendichtungen, Schutzabdeckungen oder spezielle Dichtungsmaterialien zum Einsatz; weitere Einzelheiten finden Sie auf unserer Seite Dichtungstechnik . Zum Zusammenhang zwischen Motorschutzart, Gehäusebauform und Kühlmethode bietet unsere Seite Motoren weitere Informationen.

Die Schutzart ist bei der Auswahl kein isolierter Parameter; sie muss zusammen mit Leistung, Übersetzungsverhältnis, Betriebsfaktor und Betriebsart bewertet werden. Den Auswahlansatz, der alle diese Parameter berücksichtigt, finden Sie auf unserer Seite Getriebeberechnung .

Lassen Sie uns gemeinsam die passende Lösung für Ihre Umgebungsbedingungen bestimmen

Industriegetriebe, Elektromotor, Außen-Getriebemotor, Industrieanlage bei Regen, Fördersystem, Schwerindustrieanlagen, REMAK Redüktör

Bei einem erheblichen Teil der Getriebe und Motoren, die im Feld frühzeitig ausfallen, liegt das Problem nicht in der Berechnung, sondern in einer unvollständigen Beschreibung der Umgebungsbedingungen. Werden Staubart, Reinigungsmethode, Umgebungstemperatur und Montageort von Anfang an korrekt angegeben, können Schutzart und Dichtungslösung entsprechend ausgelegt werden.

Als Remak Redüktör, Hersteller von Getrieben und Getriebeeinheiten seit 1987, können wir gemeinsam mit Ihnen die für Ihre Betriebsumgebung geeignete Schutzart, Dichtungsausführung und Oberflächenbeschichtung entsprechend den Anforderungen Ihrer Anwendung festlegen. Sie können unsere Produktfamilien ansehen und uns über unsere Kontaktseite die technischen Details Ihres Projekts mitteilen.

 
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Häufig gestellte Fragen zu IP-Schutzarten

Was ist der Unterschied zwischen IP54 und IP65?

Der Unterschied betrifft beide Ziffern. IP54 erlaubt ein begrenztes Eindringen von Staub; eine kleine Menge darf eindringen, solange die Funktion nicht beeinträchtigt wird. IP65 ist dagegen vollständig staubdicht. Beim Wasserschutz hält IP54 nur Spritzwasser stand, IP65 dagegen Wasserstrahlen mit niedrigem Druck. In einer Umgebung mit dauerhaft feinem Staub können bei IP54-Geräten daher mit der Zeit Dichtungs- und Lagerverschleiß auftreten, während IP65-Geräte geschützt bleiben. In sauberen Innenbereichen ist IP54 ausreichend; der Wechsel auf IP65 bringt dort keinen zusätzlichen Nutzen.

Welche IP-Schutzart sollte für ein im Freien betriebenes Getriebe gewählt werden?

Für Antriebseinheiten im Freien ist IP65 die Mindestanforderung; bei direkter Einwirkung von Regen und Reinigung ist IP66 die geeignete Wahl. Der IP-Code allein ist im Außenbereich jedoch kein ausreichendes Kriterium. Ein Gehäuse, das sich tagsüber erwärmt und nachts abkühlt, erfährt Druckänderungen; dieser Atmungseffekt zieht Feuchtigkeit ins Innere und kann zu Wasser im Öl und Korrosion führen. Deshalb müssen Art und Position der Entlüftung, der Temperaturbereich des Dichtungsmaterials, die Korrosionsklasse der Gehäusebeschichtung und gegebenenfalls eine Schutzabdeckung gemeinsam geplant werden.

Ist IP67 in einer staubigen Umgebung ausreichend?

Hinsichtlich des Staubschutzes ja, denn die erste Ziffer 6 bedeutet vollständige Staubdichtheit. Beim Wasserschutz ist jedoch Vorsicht geboten: IP67 wird durch eine Tauchprüfung und nicht durch eine Druckwasserstrahlprüfung zertifiziert. In einer Umgebung, die sowohl staubig ist als auch mit Druckwasser gereinigt wird, bietet IP67 allein keine ausreichende Sicherheit; das Gerät sollte zusätzlich nach IP66 oder IP69K zertifiziert sein.

Sind IP-Schutzart und Dichtheit dasselbe?

Nein, häufig beschreiben sie sogar entgegengesetzte Richtungen. Die IP-Schutzart betrifft das Eindringen von außen nach innen und verhindert, dass Staub und Wasser das Gerät erreichen. Bei Getrieben betrifft die Dichtheit hauptsächlich den Austritt von innen nach außen, also das Verhindern von Ölleckagen. Beide Konzepte treffen sich an den Wellendichtungen: Dieselbe Dichtung hält das Öl im Inneren und verhindert gleichzeitig das Eindringen von Schmutz. Daher kann selbst bei hoher IP-Schutzart Öl austreten, wenn die Dichtungsart nicht zur Anwendung passt.

Was ist IP69K und worin unterscheidet es sich von IP68?

IP69K bezeichnet die Beständigkeit gegen Reinigung aus kurzer Distanz mit heißem Wasser unter hohem Druck. Bei der Prüfung wird Wasser mit etwa 80 °C und hohem Druck aus verschiedenen Winkeln aufgesprüht. IP68 basiert dagegen auf der Eintauchtiefe statt auf Druck und beschreibt die Fähigkeit des Geräts, dauerhaft unter Wasser zu bleiben. Ein IP68-Gehäuse kann also untergetaucht werden, ohne zwingend einem Dampf- oder Hochdruckreiniger standzuhalten. In Bereichen mit täglicher intensiver Reinigung, etwa in Lebensmittel- und Getränkeanlagen, wird daher IP69K gefordert.

Was bedeutet der Buchstabe X im IP-Code?

Der Buchstabe X zeigt an, dass für die betreffende Stelle keine Prüfung durchgeführt oder kein Wert angegeben wurde; er bedeutet nicht, dass kein Schutz vorhanden ist. IPX7 besagt beispielsweise, dass der Wasserschutz des Produkts zertifiziert ist, für den Staubschutz aber keine separate Prüfung angegeben wurde. Bei der Auswahl industrieller Geräte sollten möglichst beide Stellen numerisch ausgewiesen sein; enthält der Code ein X, sollte beim Hersteller eine Erläuterung zur nicht angegebenen Stelle angefordert werden.

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